Lesen Sie diesen Text. Sie werden endlich verstehen, wann man mit Brüsten Kompromisse machen muss.

Güncem Campagna ist Gründerin und Geschäftsführerin der Codingschule. 
Sie ist eine starke, witzige und ziemlich zielstrebige Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern den Umgang mit Computern beizubringen. Wir haben mal ein paar Sachen nachgefragt.

Hallo liebe Güncem, das Wichtigste zuerst: Wie ist es als Frau in einer eher männlich dominierten Coding-Szene? Und: Wie oft hast du diese Frage schon gehört?
Tatsächlich habe ich das schon oft gehört. Also ich habe persönlich nie einen Nachteil gespürt oder erlebt. Ich habe beispielsweise früher in der Automobilbranche gearbeitet, da weht auch schon Mal ein rauerer Ton, aber tatsächlich kommt es auf die Branche an. Die Startup-Szene ist cool, Kompetenz und Persönlichkeit zählen hier hauptsächlich. Ich finde, im Berufsleben kann man sich manche Sensibilitäten sparen. Eine sachliche Kommunikation ist wichtig und das man respektvoll zueinander ist.

Wie geil ist es Geschäftsführerin zu sein?
Ziemlich geil.

Wie bist Du auf den Namen „Codingschule“ gekommen?
Warum heißt die Musikschule Musikschule?

Lebst Du deinen Traum?
Also ich hab immer das gemacht, was ich auch machen wollte. Ich wollte selbstständig sein, mein eigener Chef. Daher würde ich schon sagen, dass ich meinen Traum lebe, ja.

Magst Du Kinder?
Ich liebe Kinder!

Wenn das Coding in den normalen Schulalltag aufgenommen wird, verliert ihr dann euren Job?
Das wird keinen Einfluss haben, wobei ich auch denke, dass Deutschland noch sehr weit davon entfernt ist, Coding als Schulfach einzuführen. Die Ressourcen fehlen, die Lehrer fehlen und so weiter.
Außerdem gehören wir ja zum Freizeitbereich, das heißt wir würden dadurch nur populärer werden, wenn immer mehr Kinder entdecken, wieviel Spaß sowas macht. Und es würden ja auch Lehrer gebraucht werden, die könnten wir dann fortbilden... also gibt eigentlich nur Vorteile.

Was meinst Du, wie lange das noch dauert bis Deutschland so weit ist?
An sich würde ich sagen, so vereinzelt mindestens zwei bis drei Jahre. Richtig flächendeckend auf jeden Fall länger, so fünf bis sechs Jahre. Es müssen schließlich Lehrer ausgebildet werden und es herrscht allgemeiner Lehrermangel und sowieso Ressourcen-Mangel.

Wie habt ihr denn eure Lehrer ausgebildet?
Wir haben nur Leute, die schon auf diesem Gebiet ausgebildet sind, die darin gearbeitet haben. Wir konzentrieren uns darauf, wie man pädagogische Konzepte um diese Themen aufbaut und arbeiten immer sehr praxisverbunden.

Welche Programmiersprache kannst Du?
Rudimentär Python.

Was meinst Du: Ab welchem Alter wird man im Business wirklich ernst genommen?
So ab 30, aber das ist kompetenzabhängig, meiner Meinung nach.

Beim Business-Meeting: Brüste raus oder rein?
Kompromiss: Eine rein, eine raus.

Ist man in Zukunft Analphabet, wenn man nicht richtig coden kann?
Man ist ja immer mehr umgeben von Computern und Technik. Ich glaube man beschneidet sich selber in seinen Möglichkeiten, wenn man nur reiner Konsument ist und nicht versteht, wie Maschinen funktionieren. Aber direkt Analphabet würde ich nicht sagen.

Wie stellst du dir die Hölle vor?
Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier.